{"id":81,"date":"2018-10-29T22:27:45","date_gmt":"2018-10-29T22:27:45","guid":{"rendered":"https:\/\/erhard-lorenz.de\/deutschland\/?p=81"},"modified":"2022-06-14T20:35:30","modified_gmt":"2022-06-14T20:35:30","slug":"norddeutsche-bund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.erhard-lorenz.de\/deutschland\/norddeutsche-bund\/","title":{"rendered":"Norddeutsche Bund"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.erhard-lorenz.de\/deutschland\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><\/a><a href=\"https:\/\/www.erhard-lorenz.de\/deutschland\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.erhard-lorenz.de\/deutschland\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><p style=\"text-align: justify;\">Der <strong>Norddeutsche Bund<\/strong> vereinte von 1866 bis 1871 alle deutschen Staaten n\u00f6rdlich der Mainlinie unter preu\u00dfischer F\u00fchrung. Er war die geschichtliche Vorstufe der mit der Reichsgr\u00fcndung verwirklichten kleindeutschen, preu\u00dfisch dominierten L\u00f6sung der deutschen Frage unter Ausschluss \u00d6sterreichs und der bisher die gew\u00e4hlten deutschen Kaiser dominierenden Habsburger. Der urspr\u00fcnglich 1866 als Milit\u00e4rb\u00fcndnis angelegte Bund erhielt mit der Verfassungsgebung am 1. Juli 1867 Staatsqualit\u00e4t.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:post-content --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verfassung des Norddeutschen Bundes entsprach weitestgehend der des Kaiserreichs von 1871: Einem vom Volk gew\u00e4hlten Reichstag stand ein Bundesrath gegen\u00fcber, der die Regierungen der Mitgliedsstaaten (meist Herzogt\u00fcmer) vertrat. Zur Verabschiedung von Gesetzen mussten beide zustimmen. Oberhaupt des Bundes war der preu\u00dfische K\u00f6nig als Inhaber des Bundespr\u00e4sidiums. Verantwortlicher Minister war der Bundeskanzler. Der konservative preu\u00dfische Ministerpr\u00e4sident Otto von Bismarck war der erste und einzige Kanzler in den wenigen Jahren des Norddeutschen Bundes.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Reichstag des Norddeutschen Bundes bereitete mit seinen zahlreichen modernisierenden Gesetzen zu Wirtschaft, Handel, Infrastruktur und Rechtswesen (darunter dem Vorl\u00e4ufer des heutigen Strafgesetzbuchs) wesentlich die sp\u00e4tere deutsche Einheit vor. Einige der Gesetze wirkten bereits vor 1871 \u00fcber den deutschen Zollverein in den s\u00fcddeutschen Staaten. Allerdings war die parlamentarische Kontrolle \u00fcber den Milit\u00e4rhaushalt noch begrenzt, obgleich die Milit\u00e4rausgaben 95 Prozent des Gesamthaushalts ausmachten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Hoffnung, bald die s\u00fcddeutschen Staaten Baden, Bayern, W\u00fcrttemberg und Hessen-Darmstadt in den Bund aufnehmen zu k\u00f6nnen, erf\u00fcllte sich nicht. In jenen L\u00e4ndern war der Widerstand gegen das protestantische Preu\u00dfen bzw. gegen den Bund mit seiner liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik gro\u00df. Das zeigte sich bei der Wahl zum Zollparlament 1868; diese Zusammenarbeit von norddeutschen und s\u00fcddeutschen Abgeordneten im Zollverein trug aber zur wirtschaftlichen Einheit Deutschlands bei.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einer diplomatischen Niederlage im Spanischen Thronfolgestreit begann Frankreich im Juli 1870 den Krieg gegen Deutschland. Es wollte damit ein weiteres Erstarken Preu\u00dfens und eine deutsche Vereinigung unter seiner F\u00fchrung verhindern. Allerdings hatten die s\u00fcddeutschen Staaten Baden, Bayern und W\u00fcrttemberg nach ihrer Niederlage im Deutschen Krieg von 1866 Verteidigungsb\u00fcndnisse mit Preu\u00dfen geschlossen. Daher und aufgrund ihrer besseren Organisation konnten die deutschen Heere den Krieg rasch nach Frankreich hinein tragen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die Novembervertr\u00e4ge von 1870 traten die s\u00fcddeutschen Staaten dem Norddeutschen Bund bei. Mit der sogenannten Reichsgr\u00fcndung und dem Inkrafttreten der neuen Verfassung am 1. Januar 1871 ging der Bund im deutschen Kaiserreich auf.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:heading {\"level\":3} --><\/p>\r\n\r\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Vorgeschichte bis 1866<\/strong><\/h3>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:heading --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit dem 18. Jahrhundert gab es neben der \u00f6sterreichischen Habsburgermonarchie eine weitere Macht in Deutschland, die eine F\u00fchrungsrolle beanspruchte: Preu\u00dfen, das im Jahr 1701 zum K\u00f6nigreich aufgestiegen war und unter anderem das an Bodensch\u00e4tzen reiche Schlesien von \u00d6sterreich erobert hatte. Das Verh\u00e4ltnis dieser beiden mitteleurop\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chte bezeichnete man als deutschen Dualismus, der von Rivalit\u00e4t, oft aber auch von Zusammenarbeit zu Ungunsten Dritter gepr\u00e4gt war.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:image {\"linkDestination\":\"custom\"} -->\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Deutsche_Herbstkrise_1850_Karte.svg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/b\/b1\/Deutsche_Herbstkrise_1850_Karte.svg\/220px-Deutsche_Herbstkrise_1850_Karte.svg.png\" alt=\"\" \/><\/a><\/figure>\r\n<!-- \/wp:image --><!-- wp:paragraph -->\r\n\r\nDeutschland im Herbst 1850: Staaten der Erfurter Union (gelb) und jene des Rumpfbundestages (dunkelrot)\r\n\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der von vielen Deutschen erw\u00fcnschte Ausbau des Bundes oder gar der \u00dcbergang zum Bundesstaat wurde von \u00d6sterreich und Preu\u00dfen verhindert: \u00d6sterreich sah wegen seiner eigenen Nationalit\u00e4tenkonflikte einen deutschen Bundesstaat als Existenzbedrohung an, und Preu\u00dfen wollte keine Weiterentwicklung des Deutschen Bundes, solange allein \u00d6sterreich als \u201ePr\u00e4sidialmacht\u201c galt. Schon 1849 bem\u00fchte Preu\u00dfen sich mit der \u201eErfurter Union\u201c erst um ein Kleindeutschland ohne \u00d6sterreich, dann zumindest um einen norddeutschen Bundesstaat unter preu\u00dfischer F\u00fchrung. Aufgrund des Druckes \u00d6sterreichs, der Mittelstaaten und Ru\u00dflands mu\u00dfte Preu\u00dfen diesen Versuch in der Herbstkrise 1850 allerdings aufgeben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Folge kam es wieder zu einer Zusammenarbeit der Gro\u00dfm\u00e4chte, die aber deutlich st\u00e4rker von Rivalit\u00e4t \u00fcberschattet war als in den Jahren 1815\u20131848. Nach 1859 machten beide Gro\u00dfm\u00e4chte erfolglose Vorschl\u00e4ge zu einer Bundesreform. Eine Teilung Deutschlands in Nord und S\u00fcd geh\u00f6rte auch dazu. Obwohl sie um 1864 im Krieg gegen D\u00e4nemark wieder gemeinsam gegen die deutschen Staaten agierten, waren sie alsbald in der Schleswig-Holstein-Frage zerstritten und trugen auch diesen Streit milit\u00e4risch aus.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der preu\u00dfische Ministerpr\u00e4sident Otto von Bismarck bem\u00fchte sich mehrmals um einen Ausgleich mit \u00d6sterreich, schlie\u00dflich aber steuerte er Preu\u00dfen auf die Konfrontation mit \u00d6sterreich und notfalls den \u00fcbrigen Staaten zu. Der \u00f6sterreichische Kaiser Franz Joseph I. wiederum war unbeeindruckt, hielt die Position Bismarcks in Preu\u00dfen f\u00fcr schwach und sch\u00e4tzte seine eigene milit\u00e4rische Macht als un\u00fcberwindbar ein. So erwirkte \u00d6sterreich am 14. Juni 1866 einen Bundesbeschlu\u00df des Bundestags \u00fcber die Mobilmachung des Bundesheeres gegen Preu\u00dfen.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:heading {\"level\":3} -->\r\n<h3><strong>Deutscher Krieg und Kriegsfolgen<\/strong><\/h3>\r\n<!-- \/wp:heading --><!-- wp:image {\"linkDestination\":\"custom\"} -->\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:1868_Bleibtreu_Schlacht_bei_Koeniggraetz_anagoria.JPG\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/e9\/1868_Bleibtreu_Schlacht_bei_Koeniggraetz_anagoria.JPG\/220px-1868_Bleibtreu_Schlacht_bei_Koeniggraetz_anagoria.JPG\" alt=\"\" \/><\/a><\/figure>\r\n<!-- \/wp:image --><!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Georg Bleibtreu: <em>Schlacht bei K\u00f6niggr\u00e4tz<\/em>, Gem\u00e4lde von 1868. Diese Schlacht in B\u00f6hmen war der entscheidende preu\u00dfische Sieg gegen \u00d6sterreich.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Deutschen Krieg von 1866 siegte Preu\u00dfen mit seinen Verb\u00fcndeten jedoch gegen \u00d6sterreich und dessen Alliierte (die K\u00f6nigreiche Bayern, W\u00fcrttemberg, Sachsen und Hannover, die Gro\u00dfherzogt\u00fcmer Baden und Hessen, das Kurf\u00fcrstentum Hessen und weitere Kleinstaaten). Im Vorfrieden mit \u00d6sterreich (26. Juli) setzte Preu\u00dfen durch, die Verh\u00e4ltnisse im Norden Deutschlands bis zur Mainlinie neu zu ordnen. Hier taucht auch zuerst der Ausdruck <em>Norddeutscher Bund<\/em> auf. Dieses Arrangement hatte Preu\u00dfen zuvor bereits mit dem franz\u00f6sischen Kaiser Napoleon III. abgestimmt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:quote --><\/p>\r\n\r\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 1. Oktober 1866 annektierte Preu\u00dfen vier seiner Kriegsgegner n\u00f6rdlich des Mains: Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfurt. Die \u00fcbrigen Staaten durften ihre Gebiete fast ohne \u00c4nderungen behalten. Durch die Einverleibungen stieg die Bev\u00f6lkerungsanzahl Preu\u00dfens von etwa 19 Millionen auf fast 24 Millionen.<\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:quote --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei weitere Kriegsgegner n\u00f6rdlich des Mains, n\u00e4mlich Sachsen, Sachsen-Meiningen und Reu\u00df \u00e4lterer Linie, wurden in den Friedensschl\u00fcssen dazu verpflichtet, sich dem Norddeutschen Bund anzuschlie\u00dfen. Das Gro\u00dfherzogtum Hessen mu\u00dfte mit seiner Provinz Oberhessen sowie den rechtsrheinischen (rheinhessischen) Gemeinden Kastel und Kostheim dem Bund beitreten, die alle n\u00f6rdlich des Mains lagen.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:heading {\"level\":3} -->\r\n<h3><strong>Augustvertr\u00e4ge und Konstituierender Reichstag<\/strong><\/h3>\r\n<!-- \/wp:heading --><!-- wp:image {\"linkDestination\":\"custom\"} -->\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Illustrirte_Zeitung_Er%C3%B6ffnung_Reichstag_Februar_1867.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/4\/46\/Illustrirte_Zeitung_Er%C3%B6ffnung_Reichstag_Februar_1867.jpg\/220px-Illustrirte_Zeitung_Er%C3%B6ffnung_Reichstag_Februar_1867.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/figure>\r\n<!-- \/wp:image --><!-- wp:paragraph -->\r\n\r\nFeierliche Er\u00f6ffnung des Norddeutschen Konstituierenden Reichstages im k\u00f6niglichen Schlo\u00df, Berlin am 24. Februar 1867\r\n\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 18. August 1866 schlo\u00df Preu\u00dfen mit 15 nord- und mitteldeutschen Staaten einen B\u00fcndnisvertrag mit doppeltem Zweck, der schlie\u00dflich als \u201eAugustb\u00fcndnis\u201c bekannt wurde. Sp\u00e4ter traten weitere Staaten wie die beiden Mecklenburgs (Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz) dem Vertragswerk bei (daher \u201eAugustvertr\u00e4ge\u201c). Zum einen bildeten sie ein Verteidigungsb\u00fcndnis, das auf ein Jahr begrenzt war. Zum anderen war das Augustb\u00fcndnis ein Vorvertrag zur Gr\u00fcndung eines Bundesstaats.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Grundlage sollte der Bundesreformplan vom 10. Juni 1866 sein, den Preu\u00dfen damals den \u00fcbrigen deutschen Staaten zugesandt hatte. Dieser Plan war aber noch sehr allgemein gehalten und bezog damals noch Bayern und das \u00fcbrige Kleindeutschland ein. Dem Augustb\u00fcndnis lag also noch kein eigentlicher Verfassungsentwurf vor, anders als dem Dreik\u00f6nigsb\u00fcndnis von 1849 f\u00fcr die Erfurter Union.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Augustb\u00fcndnis war auch die Wahl eines gemeinsamen Parlaments vereinbart. Dieses w\u00fcrde bei der Verfassungsvereinbarung das norddeutsche Volk repr\u00e4sentieren. Grundlage f\u00fcr die Wahl waren Gesetze der Einzelstaaten. Diese Gesetze \u00fcbernahmen, absprachegem\u00e4\u00df, das Frankfurter Reichswahlgesetz von 1849 fast w\u00f6rtlich. Der <strong>Norddeutsche Konstituierende Reichstag<\/strong> wurde am 12. Februar 1867 gew\u00e4hlt und am 24. Februar in Berlin von K\u00f6nig Wilhelm\u00a0I. von Preu\u00dfen er\u00f6ffnet. Nach langen Verhandlungen nahm der im Berliner Palais Hardenberg tagende Reichstag bereits am 16. April den abge\u00e4nderten Verfassungsentwurf an und hatte tags darauf seine feierliche Schlu\u00dfsitzung.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:heading {\"level\":3} --><\/p>\r\n\r\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Bundesverfassung<\/strong><\/h3>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:heading --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Preu\u00dfische Landtag und der konstituierende Reichstag waren von einer nationalliberal-freikonservativen Mehrheit beherrscht. Gerade die Nationalliberalen wollten urspr\u00fcnglich eine m\u00f6glichst radikale L\u00f6sung: <strong>Deutschland sollte ein Einheitsstaat unter preu\u00dfischer F\u00fchrung werden<\/strong>. Beispielsweise h\u00e4tten die \u00fcbrigen Staaten Norddeutschlands einfach Preu\u00dfen beitreten sollen. Preu\u00dfen mit seiner Milit\u00e4rmacht h\u00e4tte sie dazu zwingen k\u00f6nnen. Bismarck hingegen suchte nach einer f\u00f6derativen L\u00f6sung. Einerseits wollte er die s\u00fcddeutschen Staaten und deren F\u00fcrsten nicht davor abschrecken, sp\u00e4ter ebenfalls beizutreten. Andererseits ging es ihm um seine eigene vermittelnde Rolle und damit um seine Machtstellung zwischen K\u00f6nig, Landtag und verb\u00fcndeten Staaten.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:image {\"linkDestination\":\"custom\"} -->\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Deutsches_Kaiserreich.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/5\/5c\/Deutsches_Kaiserreich.png\/220px-Deutsches_Kaiserreich.png\" alt=\"\" \/><\/a><\/figure>\r\n<!-- \/wp:image --><!-- wp:paragraph -->\r\n\r\nVerfassungsdiagramm f\u00fcr den Norddeutschen Bund, mit der Entwicklung zum Deutschen Reich\r\n\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Folge dieser \u00dcberlegungen strebte Bismarck eine norddeutsche Bundesverfassung an, die ihre unitarischen Z\u00fcge und auch die Macht des preu\u00dfischen K\u00f6nigs verbarg. So weit wie m\u00f6glich sollte der neue Bund \u00e4u\u00dferlich einem Staatenbund \u00e4hneln. Beispielsweise war die Milit\u00e4rmacht in der Verfassung einem Bundesfeldherrn unterstellt. Diese Bezeichnung stammte aus der Zeit des Deutschen Bundes; der preu\u00dfische K\u00f6nig hatte damals versucht, dauerhafter Bundesfeldherr des Bundesheeres oder zumindest der norddeutschen Bundestruppen zu werden. Die Verfassung machte allerdings an anderer Stelle deutlich, dass der Bundesfeldherr niemand anders als der preu\u00dfische K\u00f6nig war.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Geheimrath Maximilian Duncker hatte im Auftrag Bismarcks einen ersten Verfassungsentwurf ausgearbeitet. Nach mehreren \u00dcberarbeitungen durch Gesandte und Ministerialbeamte legte Bismarck selbst Hand an, und schlie\u00dflich lag am 15. Dezember 1866 den Bevollm\u00e4chtigten der Regierungen ein preu\u00dfischer Entwurf vor. Die Bevollm\u00e4chtigten hatten zum Teil erhebliche Bedenken, mal w\u00fcnschten sie sich mehr F\u00f6deralismus, mal einen st\u00e4rkeren Einheitsstaat. Bismarck nahm 18 \u00c4nderungsantr\u00e4ge an, die die Grundstruktur nicht anr\u00fchrten, und die Bevollm\u00e4chtigten stimmten am 7. Februar 1867 zu. Dieser Entwurf war dann ein gemeinsames Verfassungsangebot der verb\u00fcndeten Regierungen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Entwurf ging am 4. M\u00e4rz dem konstituierenden Reichstag zu. Bei seinen Beratungen stimmte sich der konstituierende Reichstag eng mit den Bevollm\u00e4chtigten der Einzelstaaten ab. Auf diese Weise kam es zu Kompromissen, auf die sich beide Seiten verst\u00e4ndigen konnten. Am 16. April 1867 verabschiedete nicht nur eine Reichstagsmehrheit den abge\u00e4nderten Entwurf, sondern ihn billigten sogleich auch die Bevollm\u00e4chtigten des Bundesrathes. Die Einzelstaaten lie\u00dfen danach ihre Landesparlamente abstimmen und publizierten die Bundesverfassung. Dieser Proze\u00df dauerte bis zum 27. Juni. Am 1. Juli konnte die Verfassung vereinbarungsgem\u00e4\u00df in Kraft treten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:quote --><\/p>\r\n\r\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Verfassung des Norddeutschen Bundes ist, von einigen Bezeichnungen und Details abgesehen, bereits identisch mit der Verfassung des Deutschen Reiches vom 16. April 1871, die bis 1918 angewandt wurde und seit dem 29. Mai 2008 wieder angewendet wird.<\/strong><\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<!-- \/wp:quote --><!-- wp:heading {\"level\":3} -->\r\n<h3><strong>Bundesorgane<\/strong><\/h3>\r\n<!-- \/wp:heading --><!-- wp:image {\"linkDestination\":\"custom\"} -->\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Kladderadatsch_1869_0132_reichstag_bundesministerien.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/4\/4d\/Kladderadatsch_1869_0132_reichstag_bundesministerien.jpg\/220px-Kladderadatsch_1869_0132_reichstag_bundesministerien.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/figure>\r\n<!-- \/wp:image --><!-- wp:paragraph -->\r\n\r\n\u201eEs spukt im Reichstage\u201c: Karikatur auf Kanzler <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Otto_von_Bismarck\">Otto von Bismarck<\/a>, der die Einrichtung von Bundesministerien ablehnt.\r\n\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem K\u00f6nig von Preu\u00dfen stand das <strong>Pr\u00e4sidium des Bundes<\/strong> zu, auf einen Titel wie \u201eKaiser\u201c verzichtete man. Nicht dem Namen, aber der Sache nach war er das Bundesoberhaupt. Er setzte einen Bundeskanzler ein, der die Handlungen des Pr\u00e4sidiums gegenzeichnete. Damit war der Bundeskanzler der einzige verantwortliche Minister, also die Bundesregierung (Exekutive) in einer Person. Die Verantwortlichkeit ist nicht parlamentarisch zu verstehen, aber politisch.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bundeskanzler erhielt zur Unterst\u00fctzung seiner Arbeit eine oberste Bundesbeh\u00f6rde, das Bundeskanzleramt (es wurde sp\u00e4ter in <em>Reichskanzleramt<\/em> umbenannt und ist nicht mit der Reichskanzlei von 1878 zu verwechseln). In der Zeit des Norddeutschen Bundes wurde nur noch eine weitere oberste Bundesbeh\u00f6rde eingerichtet, das von Preu\u00dfen \u00fcbernommene Ausw\u00e4rtige Amt. Der Chef des Bundeskanzleramts und der Leiter des Ausw\u00e4rtigen Amtes waren keine Kollegen des Bundeskanzlers, sondern ihm als weisungsbefugte Beamte unterstellt. Bismarck widersetzte sich den Bestrebungen des Reichstags, regelrechte Bundesministerien einzurichten. In der Praxis bediente sich Bismarck oftmals der Zuarbeit der Landesministerien, zumal der preu\u00dfischen, allein schon aus Mangel an einer eigenen personellen Ausstattung auf Bundesebene.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:quote --><\/p>\r\n\r\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Gliedstaaten entsandten Bevollm\u00e4chtigte in den Bundesrath. Diese Vertretung der Gliedstaaten war ein Bundesorgan, das exekutive, legislative und judikative Befugnisse hatte. Der Bund hatte kein Verfassungsgericht, aber der Bundesrath entschied \u00fcber bestimmte Streitf\u00e4lle zwischen und in den Gliedstaaten.<\/strong><\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:quote --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Bundesrath \u00fcbte zusammen mit dem Reichstag das Gesetzgebungsrecht einschlie\u00dflich der Haushaltsbewilligung aus.<\/strong> Di\u00e4ten, also Abgeordnetenentsch\u00e4digungen, waren laut Verfassung untersagt. Im Wahlrecht des Bundes war das allgemeine und gleiche M\u00e4nnerwahlrecht verankert. Jeder Norddeutsche hatte in dem Wahlkreis, in dem er wohnte, eine Stimme f\u00fcr einen Kandidaten. Jeder Wahlkreis entsandte einen Abgeordneten in den Norddeutschen Reichstag. Im Mai 1869 kam das Bundeswahlgesetz zustande, das die Bestimmungen der Einzelstaatsgesetze von 1866 im Grunde beibehielt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorsitzender des Bundesraths war der Bundeskanzler. An sich hatte er darin weder Sitz noch Stimme. Doch Bundeskanzler Bismarck war gleichzeitig preu\u00dfischer Ministerpr\u00e4sident. Auf diese Weise hatte er gr\u00f6\u00dften Einflu\u00df auf die preu\u00dfischen Stimmen im Bundesrath und damit auf den gesamten Bundesrath. Diese \u00c4mterverbindung war in der Verfassung nicht vorgesehen, sie wurde aber fast in der gesamten Zeit des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reiches beibehalten.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:heading -->\r\n<h2>Deutschland- und Au\u00dfenpolitik<\/h2>\r\n<!-- \/wp:heading --><!-- wp:image {\"linkDestination\":\"custom\"} -->\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Httpdigi.ub.uni-heidelberg.dediglitklabismarck18900046.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/6\/68\/Httpdigi.ub.uni-heidelberg.dediglitklabismarck18900046.jpg\/220px-Httpdigi.ub.uni-heidelberg.dediglitklabismarck18900046.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/figure>\r\n<!-- \/wp:image --><!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Karikatur im <em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kladderadatsch\">Kladderadatsch<\/a><\/em>, 1867. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Germania_(Personifikation)\">Germania<\/a> fordert den Sch\u00e4fer Bismarck auf, die Herde (die deutschen Mittel- und Kleinstaaten) vor dem franz\u00f6sischen L\u00f6wen (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Napoleon_III.\">Napoleon III.<\/a>) zu sch\u00fctzen. Bayern und Baden werden als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sch%C3%A4ferhund\">Sch\u00e4ferhunde<\/a> dargestellt, die den L\u00f6wen verbellen.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:image {\"linkDestination\":\"custom\"} -->\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Europe_1867_map_de.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/b\/b1\/Europe_1867_map_de.png\/220px-Europe_1867_map_de.png\" alt=\"\" \/><\/a><\/figure>\r\n<!-- \/wp:image --><!-- wp:paragraph -->\r\n\r\nDer Norddeutsche Bund in Europa\r\n\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz anderer Erwartungen zeigte es sich bald, da\u00df eine Vereinigung Deutschlands kein Selbstl\u00e4ufer war. Bismarck meinte im Jahr 1869 daher, da\u00df man nicht mit Gewalt vorpreschen solle, da man auf diese Weise h\u00f6chstens unreife Fr\u00fcchte ernten k\u00f6nne. Durch Vorstellen der Uhr k\u00f6nne man die Zeit nicht schneller laufen lassen. In S\u00fcddeutschland mu\u00dften wegen der Heeresreform nach preu\u00dfischem Vorbild die Steuern erh\u00f6ht werden. In Baden konnte der Gro\u00dfherzog nur mit Notverordnungsrecht das B\u00fcndnis mit dem Norden durch das Parlament bringen. 1870 st\u00fcrzte die Patriotenpartei des katholischen Landvolks den liberalen Ministerpr\u00e4sidenten. In Hessen-Darmstadt hoffte der Ministerpr\u00e4sident noch im Juli 1870 auf eine preu\u00dfische Niederlage im Konflikt mit Frankreich.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Bismarck initiierte von Mai bis Juli 1867 eine Reform des Zollvereins, um die s\u00fcddeutschen Staaten mehr an den Norddeutschen Bund zu binden. Aus dem \u201eVerein unabh\u00e4ngiger Staaten\u201c (v\u00f6lkerrechtliche Staatenverbindung) mit Vetorecht wurde eine Wirtschaftsunion mit Mehrheitsbeschl\u00fcssen. Ein Veto als einzelner Staat hatte nur noch das gro\u00dfe Preu\u00dfen. Der Zollbundesrath war ein dem Bundesrath vergleichbares Organ mit Regierungsvertretern der Mitgliedstaaten, daneben gab es ein Zollparlament. Es wurde nach dem Reichstagswahlrecht gew\u00e4hlt, wobei in der Realit\u00e4t der Reichstag um s\u00fcddeutsche Abgeordnete erweitert wurde.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wahlen zum Zollparlament fanden 1868 in S\u00fcddeutschland statt. Dabei stellte sich heraus, da\u00df die Preu\u00dfengegner noch viele W\u00e4hler repr\u00e4sentierten. Die Stimmen richteten sich gegen die Dominanz des protestantischen Preu\u00dfens oder gegen liberale Freihandelspolitik; teilweise ging es auch um innere Konflikte der Staaten. In W\u00fcrttemberg waren alle 17 Abgeordneten antipreu\u00dfisch, in Baden 6 gegen\u00fcber 8 Kleindeutschen, in Bayern 27 gegen\u00fcber 21. Die meisten waren dem konservativen Lager zuzuordnen. Bismarck verstand, da\u00df die Erweiterung des Norddeutschen Bundes um den S\u00fcden noch l\u00e4ngere Zeit auf sich warten lassen k\u00f6nnte; gleichwohl hatte der S\u00fcden keine Alternative zur wirtschaftlichen Integration, denn 95 Prozent seines Handels verlief mit dem Norden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Februar 1870 forderten die Nationalliberalen mit der \u201eInterpellation Lasker\u201c, das liberale Baden in den Bund aufzunehmen. Bismarck lehnte ungew\u00f6hnlich schroff ab: Dadurch w\u00fcrde der Beitritt der \u00fcbrigen s\u00fcddeutschen Staaten unwahrscheinlicher werden. Der Bismarck-Biograph Lothar Gall geht davon aus, dass dieser in erster Linie die bisherige Machtstruktur bewahren wollte und eine Aufwertung der Liberalen bef\u00fcrchtete. Dasselbe galt f\u00fcr eine nationale Volksbewegung.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang 1870 weihte Bismarck K\u00f6nig Wilhelm von Preu\u00dfen in einen <strong>Kaiserplan<\/strong> ein. Demnach sollte Wilhelm zum \u201eKaiser von Deutschland\u201c oder wenigstens des Norddeutschen Bundes ausgerufen werden. Das sei eine St\u00e4rkung f\u00fcr die Regierung und ihre Anh\u00e4nger im Hinblick auf die kommenden Wahlen und Beratungen des Milit\u00e4retats. Au\u00dferdem sei \u201eBundespr\u00e4sidium\u201c im diplomatischen Verkehr ein unpraktischer Titel. Ein Gedanke war auch, da\u00df den S\u00fcddeutschen ein deutscher Kaiser annehmbarer sein k\u00f6nnte als ein preu\u00dfischer K\u00f6nig. Bismarck stie\u00df mit dem Ansinnen aber auf Widerstand bei den \u00fcbrigen F\u00fcrsten in Nord- und S\u00fcddeutschland, wodurch der Plan aufgegeben wurde.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:quote --><\/p>\r\n\r\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Von der Gr\u00fcndung 1867 bis zum Aufgehen in das gr\u00f6\u00dfere Deutsche Reich am 1. Januar 1871 war vor allem das Verh\u00e4ltnis zu den s\u00fcddeutschen Staaten und zu Frankreich bestimmend. Mit Frankreich gab es eine Art Kalten Krieg, der von diplomatischen Krisen und Aufr\u00fcstung gepr\u00e4gt war. Die politischen Fronten, auch mit S\u00fcddeutschland, schienen 1870 erstarrt.<\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<!-- \/wp:quote --><!-- wp:heading {\"level\":3} -->\r\n<h3>Milit\u00e4rpolitik<\/h3>\r\n<!-- \/wp:heading --><!-- wp:image {\"linkDestination\":\"custom\"} -->\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Kriegsflagge_des_Norddeutschen_Bundes_1867-1871.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/1\/16\/Kriegsflagge_des_Norddeutschen_Bundes_1867-1871.jpg\/220px-Kriegsflagge_des_Norddeutschen_Bundes_1867-1871.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/figure>\r\n<!-- \/wp:image --><!-- wp:paragraph -->\r\n\r\nKriegsflagge des Norddeutschen Bundes mit Schwarz-Wei\u00df-Roth\r\n\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:heading {\"level\":3} -->\r\n<h3><strong>Deutsch-Franz\u00f6sischer Krieg<\/strong><\/h3>\r\n<!-- \/wp:heading --><!-- wp:image {\"linkDestination\":\"custom\"} -->\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Freyberg_%E2%80%93_%C3%9Cbergabe_von_Metz.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/4\/41\/Freyberg_%E2%80%93_%C3%9Cbergabe_von_Metz.jpg\/220px-Freyberg_%E2%80%93_%C3%9Cbergabe_von_Metz.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/figure>\r\n<!-- \/wp:image --><!-- wp:paragraph -->\r\n\r\nConrad Freybergs \u00dcbergabe von Metz\r\n\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:quote -->\r\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im September 1868 war in Spanien das K\u00f6nigshaus gest\u00fcrzt worden, so dass das \u00dcbergangsregime einen neuen K\u00f6nig suchte. Bismarck sorgte daf\u00fcr, dass Leopold von Hohenzollern, ein Prinz aus dem s\u00fcddeutschen Zweig der Hohenzollern, einer Kandidatur zustimmte. Als dies im Juli bekannt wurde, reagierte die \u00f6ffentliche Meinung in Frankreich emp\u00f6rt. Leopold zog seine Kandidatur zur\u00fcck, und Frankreich h\u00e4tte mit diesem diplomatischen Sieg zufrieden sein k\u00f6nnen. Napoleon III. beging aber den Fehler, vom Oberhaupt der Hohenzollerndynastie, dem preu\u00dfischen K\u00f6nig Wilhelm\u00a0I., zu verlangen, eine solche Kandidatur f\u00fcr die Zukunft auszuschlie\u00dfen. Dies gab Bismarck in einer verk\u00fcrzenden Darstellung, worin das franz\u00f6sische Ansinnen und Wilhelms Ablehnung besonders schroff erschienen, an die Presse. <strong>Am 19.\u00a0Juli erkl\u00e4rte Frankreich Preu\u00dfen den Krieg.<\/strong><\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:quote --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Napoleon wollte den Deutschen das Recht der nationalen Selbstbestimmung nicht zugestehen. \u201eInnere Unzufriedenheit nach au\u00dfen abzulenken war von jeher ein bevorzugtes Herrschaftsmittel des Bonapartismus gewesen.\u201c<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Frankreich war isoliert, da die \u00fcbrigen M\u00e4chte seinen Krieg nicht als gerechtfertigt ansahen. <strong>Die s\u00fcddeutschen Staaten unterst\u00fctzten entgegen Napoleons Erwartungen wegen der Schutz- und Trutzb\u00fcndnisse mit Preu\u00dfen den Norddeutschen Bund.<\/strong> Nach Abwehr des franz\u00f6sischen Angriffs verlagerte sich das Kriegsgeschehen nach Frankreich. Bereits am 2.\u00a0September, in der Schlacht bei Sedan, wurde Napoleon gefangen genommen, und sein Regime kapitulierte. Eine neue <em>Regierung der Nationalen Verteidigung<\/em> f\u00fchrte den Krieg bis zum 26. Januar 1871 weiter. Im Mai erfolgte der Frieden von Frankfurt. <strong>Frankreich mu\u00dfte eine hohe Entsch\u00e4digungssumme zahlen und Elsa\u00df-Lothringen abtreten.<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:heading {\"level\":3} --><\/p>\r\n\r\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcbergang zum Deutschen Reich<\/strong><\/h3>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:heading --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die s\u00fcddeutschen Staaten Gro\u00dfherzogtum Baden, K\u00f6nigreich Bayern und K\u00f6nigreich W\u00fcrttemberg waren 1867 noch vollst\u00e4ndig au\u00dferhalb des Norddeutschen Bundes, w\u00e4hrend Hessen-Darmstadt mit seiner n\u00f6rdlichen Provinz Oberhessen dazugeh\u00f6rte. Baden, Bayern und W\u00fcrttemberg schlossen im November 1870 Beitrittsvertr\u00e4ge zum Norddeutschen Bundesstaat ab. Der Abschlu\u00df dieser Novembervertr\u00e4ge erm\u00f6glichte den Beitritt der Gro\u00dfherzogt\u00fcmer Baden und Hessen (S\u00fcdhessen) am 15. November 1870, des K\u00f6nigreichs Bayern am 23. November und des K\u00f6nigreichs W\u00fcrttemberg am 25. November 1870; zugleich vereinbarten die Vertr\u00e4ge die Gr\u00fcndung eines \u201eDeutschen Bundes\u201c.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:quote --><\/p>\r\n\r\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Durch Reichstagsbeschlu\u00df vom 10. Dezember 1870 erhielt dieser Bund den Namen <em>Deutsches Reich<\/em>. Dabei \u00fcbernahm das Reich im Wesentlichen die Bundesverfassung von 1867. Somit entschied sich die deutsche Frage letztendlich unter Ausschlu\u00df \u00d6sterreichs im Sinne der kleindeutschen L\u00f6sung.<\/strong><\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:quote --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch den Beitritt der S\u00fcddeutschen Staaten zum Bund entstand im staats- und verfassungsrechtlichen Sinne kein neuer Staat: Der reformierte Norddeutsche Bund existierte, nachdem seine <em>Verfassung des Deutschen Bundes<\/em> \u2013 nicht zuletzt wegen zwei voneinander abweichender Fassungen \u2013 redigiert wurde, durch Rechtskontinuit\u00e4t unter der Bezeichnung \u201eDeutsches Reich\u201c fort. Die Reichsgr\u00fcndung war folglich nichts anderes als der Eintritt der s\u00fcddeutschen Staaten in den Norddeutschen Bund.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:quote -->\r\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die weitaus \u00fcberwiegende Zahl der Staatsrechtler geht\u00a0 bei der Gr\u00fcndung des Deutschen Reiches von der Identit\u00e4t zum Norddeutschen Bund aus. Somit ist das Deutsche Reich in die Rechtsnachfolge des Norddeutschen Bundes, <strong>ipso jure<\/strong> (<em>kraft Gesetz, von Rechts wegen<\/em>) eingetreten.\u00a0 Als Folge dessen galten die Gesetze des Norddeutschen Bundes im Reich fort.<\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<!-- \/wp:quote --><!-- wp:heading -->\r\n<h2>Bundesgebiet und Norddeutsche<\/h2>\r\n<!-- \/wp:heading --><!-- wp:image {\"linkDestination\":\"custom\"} -->\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Noord-Duitse_Bond.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/3\/3d\/Noord-Duitse_Bond.png\/220px-Noord-Duitse_Bond.png\" alt=\"\" \/><\/a><\/figure>\r\n<!-- \/wp:image --><!-- wp:paragraph -->\r\n\r\nGebiete des Norddeutschen Bundes; im S\u00fcden Deutschlands befinden sich die Hohenzollernschen Lande (seit 1850 Teil Preu\u00dfens)\r\n\r\n<!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Gr\u00fcndung des Norddeutschen Bundes bewirkte, da\u00df eine Reihe von Staaten aus dem Proze\u00df der Bildung eines deutschen Nationalstaats herausfielen.<\/strong> Dies waren \u00d6sterreich, Liechtenstein, Luxemburg und Niederl\u00e4ndisch-Limburg. Letzteres war \u00fcberhaupt nur eine niederl\u00e4ndische Provinz, die aus historisch-politischen Gr\u00fcnden dem Deutschen Bund angeh\u00f6rt hatte. Luxemburgs Selbstst\u00e4ndigkeit wurde im Zuge der Luxemburgkrise 1867 von den Gro\u00dfm\u00e4chten best\u00e4tigt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:quote --><\/p>\r\n\r\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Norddeutsche Bund umfasste 22 Gliedstaaten, die in der Verfassung <em>Bundesstaaten<\/em> genannt wurden. Das Gesamtgebiet hatte 415.150 Quadratkilometer mit fast 30 Millionen Einwohnern. Von ihnen lebten 80 Prozent in Preu\u00dfen. Dank Artikel 3 der Bundesverfassung genossen die \u201eNorddeutschen\u201c ein <strong>gemeinsames Indigenat<\/strong>, so da\u00df sie sich im Bundesgebiet frei bewegen konnten. Norddeutscher als Staatsb\u00fcrger war, wer Staatsangeh\u00f6riger eines Gliedstaates war.<\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<!-- \/wp:quote --><!-- wp:table -->\r\n<table class=\"wp-block-table\">\r\n<thead>\r\n<tr>\r\n<th>Bundesstaat<\/th>\r\n<th>Einwohner (1866)<\/th>\r\n<th>Fl\u00e4che in km\u00b2<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<\/thead>\r\n<tbody>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6nigreich_Preu%C3%9Fen\">Preu\u00dfen<\/a>, K\u00f6nigreich (Preu\u00dfischer Staat)<\/td>\r\n<td>19.501.723 (mit den Annexionen von 1867: 23.971.462)<\/td>\r\n<td>348.607<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6nigreich_Sachsen\">Sachsen<\/a>, K\u00f6nigreich<\/td>\r\n<td>2.382.808<\/td>\r\n<td>14.993<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fherzogtum_Hessen\">Hessen<\/a>, Gro\u00dfherzogtum (Hessen-Darmstadt), nur <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oberhessen\">Provinz Oberhessen<\/a><\/td>\r\n<td>118.950 (1858)<\/td>\r\n<td>3.287<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mecklenburg-Schwerin\">Mecklenburg-Schwerin<\/a>, Gro\u00dfherzogtum<\/td>\r\n<td>560.274<\/td>\r\n<td>13.162<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fherzogtum_Oldenburg\">Oldenburg<\/a>, Gro\u00dfherzogtum<\/td>\r\n<td>303.100<\/td>\r\n<td>6.427<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herzogtum_Braunschweig\">Braunschweig<\/a>, Herzogtum<\/td>\r\n<td>298.100<\/td>\r\n<td>3.672<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sachsen-Weimar-Eisenach\">Sachsen-Weimar-Eisenach<\/a>, Gro\u00dfherzogtum<\/td>\r\n<td>281.200<\/td>\r\n<td>3.615<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hamburg\">Hamburg<\/a>, Freie Stadt<\/td>\r\n<td>280.950<\/td>\r\n<td>415<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anhalt\">Anhalt<\/a>, Herzogtum<\/td>\r\n<td>195.500<\/td>\r\n<td>2.299<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herzogtum_Sachsen-Meiningen\">Sachsen-Meiningen<\/a>, Herzogtum<\/td>\r\n<td>179.700<\/td>\r\n<td>2.468<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herzogtum_Sachsen-Coburg_und_Gotha\">Sachsen-Coburg-Gotha<\/a>, Herzogtum<\/td>\r\n<td>166.600<\/td>\r\n<td>1.958<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herzogtum_Sachsen-Altenburg\">Sachsen-Altenburg<\/a>, Herzogtum<\/td>\r\n<td>141.600<\/td>\r\n<td>1.324<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F%C3%BCrstentum_Lippe\">Lippe<\/a>, F\u00fcrstentum (Detmold)<\/td>\r\n<td>112.200<\/td>\r\n<td>1.215<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Freie_Hansestadt_Bremen\">Bremen<\/a>, Freie Stadt<\/td>\r\n<td>106.895<\/td>\r\n<td>256<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mecklenburg-Strelitz\">Mecklenburg-Strelitz<\/a>, Gro\u00dfherzogtum<\/td>\r\n<td>98.572<\/td>\r\n<td>2.930<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reu%C3%9F_j%C3%BCngerer_Linie\">Reu\u00df j\u00fcngerer Linie<\/a>, F\u00fcrstentum (Gera-Schleiz-Lobenstein-Ebersdorf)<\/td>\r\n<td>87.200<\/td>\r\n<td>827<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzburg-Rudolstadt\">Schwarzburg-Rudolstadt<\/a>, F\u00fcrstentum<\/td>\r\n<td>74.600<\/td>\r\n<td>941<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzburg-Sondershausen\">Schwarzburg-Sondershausen<\/a>, F\u00fcrstentum<\/td>\r\n<td>67.200<\/td>\r\n<td>862<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldeck\">Waldeck<\/a>, F\u00fcrstentum<\/td>\r\n<td>58.400<\/td>\r\n<td>1.121<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/L%C3%BCbeck\">L\u00fcbeck<\/a>, Freie Stadt<\/td>\r\n<td>48.050<\/td>\r\n<td>299<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reu%C3%9F_%C3%A4lterer_Linie\">Reu\u00df \u00e4lterer Linie<\/a>, F\u00fcrstentum (Greiz)<\/td>\r\n<td>44.100<\/td>\r\n<td>317<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herzogtum_Sachsen-Lauenburg\">Lauenburg<\/a>, Herzogtum (mit dem preu\u00dfischen K\u00f6nig als Herzog)<\/td>\r\n<td>49.500 (ca. 1857)<\/td>\r\n<td>1.182<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schaumburg-Lippe\">Schaumburg-Lippe<\/a>, F\u00fcrstentum<\/td>\r\n<td>31.700<\/td>\r\n<td>340<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<!-- \/wp:table --><!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bismarck war er die \u00fcberragende Person des Norddeutschen Bundes und diente als preu\u00dfischer Au\u00dfenminister und Ministerpr\u00e4sident sowie norddeutscher Bundeskanzler, war also Chef der preu\u00dfischen Exekutive und alleiniger Minister der Norddeutschen.<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Bund allein war schon deshalb besonders, weil er erstmals seit Jahrhunderten wenigstens Norddeutschland ein staatliches Band gab. Der Bund wa rso ausgestaltet, da\u00df er sp\u00e4ter den Beitritt S\u00fcddeutschlands zulie\u00df. Im Bund kam es zu einigen Neuerungen im Parteiensystem, wie der Gr\u00fcndung des katholischen Zentrums, sowie einer Zusammenarbeit Bismarcks mit den Nationalliberalen und Freikonservativen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:quote --><\/p>\r\n\r\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Norddeutsche Bund gilt weniger als eigenst\u00e4ndige Epoche denn vielmehr als Vorstufe zur \u201eReichsgr\u00fcndung\u201c. Dazu tr\u00e4gt bei, da\u00df der am 01. Juli 1867 gegr\u00fcndete Bund nur etwa drei Jahre lang existierte. Au\u00dferdem gibt es vom Bund zum Reich eine hohe Kontinuit\u00e4t, sowohl was die Verfassung als auch die wichtigsten Politiker wie Bismarck angeht.<\/strong><\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:quote --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Bismarck war es typisch, mehrgleisig vorzugehen. Seiner Meinung nach, so Andreas Kaernbach, kann man als Politiker eine von mehreren L\u00f6sungen w\u00e4hlen, sie aber nicht selbst hervorbringen. Er sah die Sicherung der preu\u00dfischen Stellung in Norddeutschland als Grundlage der preu\u00dfischen Unabh\u00e4ngigkeit an. Diese \u201eAuffangstellung\u201c, der Norddeutsche Bund, galt ihm aber nur als ein Minimalziel. Das letztendliche war das preu\u00dfisch gef\u00fchrte Kleindeutschland, das er durch eine Bundesreform und ohne Krieg mit \u00d6sterreich hatte erreichen wollen. Dieses Ziel schien zun\u00e4chst in weiter Ferne zu liegen. Dennoch beurteilte er den Norddeutschen Bund als Zwischenstufe von eigenem Wert, mit \u201eeigener Zukunft\u201c. Der konservative franz\u00f6sische Politiker Adolphe Thiers \u00e4u\u00dferte, f\u00fcr Frankreich sei die Gr\u00fcndung des Norddeutschen Bundes \u201edas gr\u00f6\u00dfte Ungl\u00fcck seit vierhundert Jahren\u201c gewesen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:heading --><\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Die Flagge ist schwarz-wei\u00df-roth<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:heading --><!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Artikel 55 der Verfassung<\/strong> bestimmte die Flagge des Bundes: <em>\u201eDie Flagge der Kriegs- und Handelsmarine ist schwarz-wei\u00df-roth\u201c<\/em>. Die Farbgebung wird Prinz Adalbert zugeschrieben, sie vereinigte Preu\u00dfens Farben mit denen der Hansest\u00e4dte und ihren Anspr\u00fcchen an den Seehandel. Am 1. Oktober 1867, drei Monate nach Verk\u00fcndung des Norddeutschen Bundes, wurde auf allen preu\u00dfischen Schiffen das Tuch mit dem Preu\u00dfenadler eingeholt und die Schwarz-Wei\u00df-Rothe Flagge gehi\u00dft. Im Jahr 1871 wurde die Flagge dann f\u00fcr das gesamte Reich \u00fcbernommen.<\/p>\r\n&nbsp;\r\n<p style=\"text-align: right;\">Verantwortlich f\u00fcr diese Seite zeichnet sich das <a href=\"http:\/\/www.reichsamt-des-innern.de\">Reichsamt des Innern<\/a><\/p><div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.erhard-lorenz.de\/deutschland\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><\/a><a href=\"https:\/\/www.erhard-lorenz.de\/deutschland\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.erhard-lorenz.de\/deutschland\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Norddeutsche Bund vereinte von 1866 bis 1871 alle deutschen Staaten n\u00f6rdlich der Mainlinie unter preu\u00dfischer F\u00fchrung. 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